Wer schon einmal einen frisch warmgewalzten Stahlträger gesehen hat, kennt Walzhaut: die blaugraue, schuppige Schicht, die sich beim Abkühlen auf der Oberfläche bildet. Sie wirkt massiv und scheint das Metall darunter sogar zu schützen. Genau dieser Eindruck lässt so viele Beschichtungen scheitern.
Was Walzhaut eigentlich ist
Walzhaut ist eine Schicht aus Eisenoxiden, die beim Warmwalzen im Stahlwerk entsteht. Sie unterscheidet sich chemisch vom darunterliegenden Stahl und hat vor allem eine andere Wärmeausdehnungsrate. Mit der Zeit lockert sie sich durch Temperaturwechsel, Feuchtigkeit und Spannungen, reißt und platzt schließlich ab.
Beschichten Sie über Walzhaut, haftet die Beschichtung an der Zunderschicht, nicht am Stahl. Löst sich die Walzhaut, und das tut sie unweigerlich, nimmt sie Ihre Beschichtung mit. Die Folge sind Enthaftung, Blasenbildung und unterwandernde Korrosion, oft schon nach Monaten. Die Entfernung der Walzhaut ist keine optionale Vorarbeit, sie ist das Fundament, auf dem das gesamte Beschichtungssystem steht.
Die Norm, die Sie erreichen müssen
Für die meisten Schutzbeschichtungs-Spezifikationen auf Baustahl ist das Ziel ein nahezu weißmetallblanker Zustand: SSPC-SP 10 / NACE No. 2, vergleichbar mit ISO 8501-1 Sa 2½ nach ISO 8501-1, mit definiertem Rauheitsprofil, damit die Beschichtung Halt findet. Walzhaut, Rost und Verunreinigungen müssen auf mindestens 95 % jeder Teilfläche entfernt sein.
Die Methoden im Vergleich
Es gibt vier gängige Wege, Walzhaut zu entfernen. Jeder erreicht die Norm auf andere Weise, und jeder hat andere Kosten bei Einhausung, Sicherheit und Stillstand.
Strahlen erreicht die Norm, bringt aber Strahlkessel, Einhausung, Strahlmittelversorgung und Entsorgung des verbrauchten Strahlguts mit sich, unpraktikabel, sobald Sie im Feld, in engen Räumen oder nahe laufender Anlagen arbeiten. Beizen ist ein reiner Werkstatt-Tauchprozess. Schleifen genügt für Ausbesserungen, erreicht auf größeren Flächen aber kaum einen echten fast-weißmetallblanken Zustand.
SP10-vergleichbare Ergebnisse ohne Strahlplatz
Genau diese Lücke sollte der Bristle Blaster® schließen. Er ist ein patentiertes rotierendes Borstenwerkzeug, dessen Spitzen mit strahlmitteläquivalenter kinetischer Energie auf den Stahl treffen und sofort zurückfedern, dabei Walzhaut entfernen und in einem einzigen, kaltverfestigenden Arbeitsgang ein Rauheitsprofil erzeugen. Kein loses Strahlmittel, keine Einhausung, kein Aufräumen danach.
- Entfernt fest anhaftende Walzhaut und erreicht einen Reinheitsgrad vergleichbar mit ISO 8501-1 Sa 2½ & Sa3 (SSPC-SP 10)
- Erzeugt ein Rauheitsprofil von 65–85 µm Rz (2.6–3.3 mil) im selben Arbeitsgang
- Arbeitet im Feld, im laufenden Betrieb und in engen Räumen – überall dort, wo Strahlen nicht möglich ist
- Kaltverfestigend, keine Hitze, kein Verschmieren, kein Risiko von Strahlmitteleinschlüssen im Substrat
Unsicher, ob strahlmittelfrei Ihre Spezifikation erfüllt?
Nennen Sie einem Spezialisten für Oberflächenvorbereitung Ihr Substrat, Ihre Norm und den Arbeitsort. Er sagt Ihnen ehrlich, ob der Bristle Blaster® den geforderten Reinheitsgrad erreicht, und verbindet Sie für Test oder Angebot mit Ihrem lokalen MontiPower®-Partner.
Zweistufiges Vorgehen bei starker Walzhaut
Ist die Walzhaut dick oder liegt sie über Altbeschichtungen, ist ein zweistufiges Verfahren schneller: Ein Grobabtrag (etwa mit Tercoo®) entfernt die Masse, anschließend aktiviert und profiliert der Bristle Blaster® die Oberfläche normgerecht, beides mit derselben Antriebseinheit. Das verlängert zudem die Standzeit der Bänder, weil sie den Grobabtrag nicht allein leisten müssen.
Welcher Weg auch zu Ihrem Projekt passt, das Prinzip bleibt gleich: Die Beschichtung ist nur so gut wie der Untergrund darunter. Entfernen Sie die Walzhaut fachgerecht, erreichen Sie die Norm, und der Schutz, den Ihre Beschichtung verspricht, ist der Schutz, den Sie tatsächlich erhalten.


